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re:publica 2013 - von der Seilschaft hin zur Bande

Bild des Benutzers android_oma

In diesem Jahr war die re:publica für mich besonders. Der Grund dafür ist, dass ich mit 2 anderen Frauen aus meinem Netzwerk, den Webgrrls e.V., dort eine Session gehalten habe. 

Renate Hermanns und Martina Rüdiger waren dabei meine Mitstreiter.
Die Session hieß: "Rück mal ein Stück! Die Androidinnen kommen." Wir waren ehrlich erstaunt und happy, als unsere Session von der re:publica angenommen wurde. Noch erstaunter waren wir über die Anzahl der Zuhörer im Raum. Klar waren auch etliche unserer Fans dabei, um uns die Daumen zu drücken. Aber dass das Thema: Frauen und Coding so viele Menschen, egal ob Männer oder Frauen, interessiert, hätte/n ich/wir nicht gedacht. Dabei haben wir [oder speziell ich] wohl das gesellschaftliche Interesse der Teilnehmer der #rp13 komplett unterschätzt.
 
Hintergrund unseres Vortrages war die Entwicklung/Programmierung der "Webgrrls Events" - Android-App.
 
Was wollten wir rüberbringen mit unserem Vortrag? "Mädels traut Euch! Bildet Seilschaften und macht!!!"
 
Das Wort "Seilschaften" wurde hierbei von Martina Rüdiger benutzt und ich fand es total passend.
 
Unsere Seilschaft bestand aus 6 TeilnehmerInnen und 3 Trainern. Die Trainer waren durchgängig männlich. 2 der Trainer sind meine Kollegen, Miguel Cabrera Cabeza und Christian Sonne und einer ist Alexander Muthmann, den wir schon aus 2 vorangegangenen AndroidCrashkursen kannten. Essentiell war für uns, dass die Trainer uns akzeptierten mit allen Problematiken, die dazu gehörten. Angefangen mit nicht vorhandenen Java-Kenntnissen, über Versionssoftware-Nervereien bis hin zu Todesfällen in der Familie. Davon gab es nämlich über die Entwicklungszeit von 6 Monaten auch 2.
Wir haben alle Fragen beantwortet bekommen und sind mit dem Projekt mitgewachsen.
 
Im Vortrag sprachen wir von einem geschützten Raum für die teilnehmenden Frauen. Dabei geht es um eine angenehme Lernatmosphäre, keine Frontalbeschallung und Menschen, deren Aufmerksamkeit man sich sicher sein konnte. Auch die angenehme Art von Gina Höhm, in deren Raum wir unsere Workshops durchgeführt haben, hatte einen positiven Einfluss auf das Lerngefühl. Wir sind von ihr verwöhnt worden, wie wir das sonst gar nicht kannten.
 
Es gab kein Maulen über schwächelnde Rechner, fehlende Kenntnisse, oder oder oder. Alle Fragen wurden ohne spitze Bemerkungen beantwortet. Das war genau das, was wir unter einem geschützten Raum verstanden haben.
Alle Features der App wurden gemeinsam entwickelt. Die Ideen der Gruppe wurden dabei aufgenommen und z.T. sogar onTheFly umgesetzt.
 
Für die Kommunikation konnten wir den Google-Hangout nutzen, da einer der Trainer in Berlin ansässig ist und der direkte Austausch vor Ort schwierig geworden wäre. Da kam uns die allgemeine Technikentwicklung gerade recht.
Die Tweets und die Reaktionen der Zuhörer, waren fast durchgängig positiv, sodass das Ganze ein gutes Gefühl bei uns hinterlassen hat.
 
Es wurden nach dem Vortrag 2 Fragen gestellt:
 
1. Warum eine reine Frauengruppe? und die 
2. betraf die App. Was kann die App eigentlich?
 
Ich fange mal mit der 2. Frage an: wir haben den reinen App-Part so gering gehalten, um nicht in den Verdacht zu geraten, dass wir unser Produkt promoten wollen. Das war so ein wenig eine Gratwanderung für uns.
Leidenschaftlich gerne hätten wir die App vorgeführt [dafür war aber kein HDMI-Anschluss an dem Beamer vorhanden. Ein Video konnten wir auch nicht drehen, weil die Screencast-App mit unseren Android-Versionen nicht funktioniert. Hinzu kam ein Zeitproblem]. 
 
Zu der App wird es aber von mir hier im Blog und auf appland.ch noch einen ausführlichen Artikel geben.
 
So haben wir nur kurz erklärt, dass wir damit die auf der Webseite der Webgrrls-rheinmain.de eingestellten Termine der Webgrrls und externe Termine, die für uns interessant sein können, in die App laden, dort darstellen und gleich von dort aus verschiedene Aktivitäten vornehmen können.
  • Ihr könnt Euch via E-Mail zu einem Event anmelden, wenn eine E-Mail-Adresse hinterlegt ist.
  • dieses Event sofort in Euren Google-Kalender übertragen per Knopfdruck.
  • Euch den Veranstaltungsort auf der Karte ansehen UND
  • sofort aus der App heraus navigieren [mein Lieblings-Feature], ohne noch einmal die Anschrift eingeben zu müssen.
  • Sharen könnt Ihr es natürlich auch - aber das ist ja schon selbstverständlich heutzutage ;-).
 
Die kurze Diskussion zur Frage 1 mit einem Zuhörer hat einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen. Ich hatte geantwortet, dass wir auf die häufig ruppige Kommunikation in den Foren keinen Bock hatten.
Solche Antworten wie:
  • "Google doch mal", oder
  • "Nimm doch mal ein Buch in die Hand"
führen bei Frauen eher dazu, dass sie sich aus der Kommunikation zurückziehen. Der Zuhörer meinte dann, dass auch die männlichen Fragesteller gerne lieber eine vernünftige Antwort hätten. Das hat mich beschämt. Ich dachte so in die Richtung: oha, da sind wir vielleicht auch ein Stückchen arrogant, wenn wir denken, dass die Jungs das schon wegstecken würden.
Das ist aber mein ganz persönliches Gefühl. Ich war ehrlich überrascht.
 
Nach uns kamen mit 0 Minuten Vorbereitungszeit die CodeGirls mit ihrem Vortrag. Sie bestätigten exakt die gleichen Erfahrungen, die auch wir gesammelt hatten: Frauen brauchen einen geschützten Raum, um sich an Themen zu wagen, die reine Männerdomänen sind.
Sie fanden zunächst eher Trainer, als Teilnehmerinnen. Da hatten wir ja Vorteile, weil wir uns schon so lange kennen und eben auch vertrauen. 
 
Die jungen Männer von heute haben unserer Erfahrung nach ein völlig anderes Selbstverständnis als die, die uns früher diese unqualifizierten Antworten an den Kopf warfen. Gottseidank können jetzt mal neue Wege des Lernens gegangen werden.
Die CodeGirls hatten auf ihrer Folie als Slogan zu stehen: "Bildet Banden" Ich glaube, das trifft es noch besser als die Seilschaften. 
Rottet Euch zusammen und lernt auf Eure Weise mit den Personen, denen Ihr vertraut. 
 
Ich möchte keine Verweichlichung der Informatik-Studiengänge, damit auch Frauen sich dort anmelden. Ich möchte, dass sich die Lehre komplett ändert. Dass homogene Gruppenbildung gefördert wird und nicht verhindert. 
Dass die Professoren erreichbar sind für die Studenten. Dass Fragen ohne Bloßstellung des Fragestellers beantwortet werden.
 
Ich werde beim SGD eine Ausbildung zum Android-Entwickler machen und Euch davon berichten. Schauen wir mal, was die Fernstudiengemeinschaften so drauf haben in Sachen Lehre.
 
Was habe ich gelernt aus diesen re:publica – Erfahrungen: die Zeit für die anschließende Diskussion war absolut zu knapp. Wir hatten eine 30 minütige Session beantragt – also Schuld eigenes [speziell meine]. Wir hätten hinterher super gerne noch weiter diskutiert. Der Bedarf dazu war da, was der nachfolgende Vortrag der CodeGirls gezeigt hat. 
 
Am Mittwoch habe ich noch die Session von Monika König, Wibke Ladwig und Heinz Wittenbrink über „Gute MOOCs und böse MOOCs“ verfolgt. Da gab es eine derart lebendige Diskussion im Nachhinein, dass ich völlig gefesselt war. So etwas geht natürlich nur, wenn ausreichend Zeit vorhanden ist. 
 
 

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